Blogtalk mit Falk Lueke

Liebe Leser, am 08.03.06 ab 20:00 Uhr (Dauer ca. zwei Stunden) findet hier in diesem Blog Live, in Farbe und Stereo, die zweite Blogtalk-Show der Geschichte statt. Der Weltherrscher lädt ein, der zweite Gast ist Falk R. Lüke. Wer Falk Lüke nicht kennt, sollte einfach in seinem Blog oder auch hier vorbeischauen…

(Wer heute Abend 20:00 Uhr Lust und Laune hat den ersten Blogtalk zu besuchen, der sollte diesen Artikel im Auge behalten. Wie das geht? Ganz einfach, diesen Artikel öffnen und ab und zu Aktualisieren (F5). Die Fragen und Antworten werden im Hintergrund gestellt und dann von mir hier eingefügt werden.)

Die Talkthemen werden u.a. sein:
- Ist die Welt Scheiße?
- Die Arbeit als Journalist
- Onlinejournalismus allg. und die Zukunft?
- Bloggerei und Zukunft?
- u.a.

Die Dauer des Blogtalks dürfte in etwa bei zwei Stunden liegen. Fragen können in den Kommentaren gerne gestellt werden.

Blogtalk heute mit Falk Lüke, 20:00 Uhr:

Bloggerator: Ich Grüße meine UntertanInnen und natürlich meinen zweiten Gast Herrn Falk Lüke. Warum haben Sie mein Blogtalk-Angebot angenommen?

Falk Lüke: Das Format ist interessant. Eine Mischung aus Chatten und Bloggen, mal schauen wie gut das funktionieren kann und wird.

Bloggerator: Wie wichtig ist Ihnen das Internet? Gehts auch noch ohne?

Falk Lüke: Gar kein Problem, habe ich immer geglaubt. Allerdings bin ich letzten April im Selbstversuch gescheitert – bei einer mehrtägigen Tour durch Norddeutschland hab ich am vierten Tag in Hannover ein I-Net-Cafe aufgesucht… Man darf mich also wohl als Net Addict bezeichnen.

Bloggerator: Sind sie ein typischer Interntjunkie-Journalist? Morgens erst schnell bloggen, noch vor dem Kaffee und dann ab in die Redaktion oder wie läuft das bei Ihnen so?

Falk Lüke: Ja, so etwa kann man sich das vorstellen. Wobei der Kaffee eigentlich zu jeder Uhrzeit dazugehört.

Bloggerator: Für wen schreiben Sie so, ausser für die Zeit im Blog? Auch noch bei anderen Zeitschriften?

Falk Lüke: Blogs ist kein geregelter Broterwerb. Auch wenn es ein paar deutsche Journalisten gibt, die mittels Blogs inzwischen gar nicht so schlecht verdienen (okay, mir fällt genau einer ein, Gruß nach Düsseldorf). Ansonsten verdient man eher mit klassischen Artikeln seine Brötchen.

Bloggerator: Torsten im Kommentar fragt, ob Sie die Groupies der Blogger gesehen haben? Kennen Sie Groupies?

Falk Lüke: Torsten: heute Abend spielt Tokio Hotel in der Color Line Arena. Dort werden Sie vermutlich fündig. Sie sollten diese Band einfach häufiger in ihrem Blog erwähnen… Nun, Groupies dürfte es bei Bloggern grundsätzlich bislang eher selten geben. Eher das Gegenteil: gepflegte Feindschaften und Animositäten.

Bloggerator: Meinen Sie in 5 oder 6 Jahren sind Blogger auch noch an der Front des Seins?

Falk Lüke: Schwierig zu beantwortende Frage. Grundsätzlich sind kaum Formen wieder ganz verschwunden, die es einmal ins Netz geschafft haben, so wie eigentlich kein Medium jemals ganz verschwunden ist. Allerdings sind einige in eine gewisse Bedeutungslosigkeit abgetaucht. Ob das mit Blogs auch passiert, hängt nicht zuletzt davon ab, ob sie auch in der Bundesrepublik noch ein echtes Massenphänomen werden – oder die Spielwiese der technik- und medienaffinen bleiben, die sie momentan zum großen Teil darstellen.

Allerdings sehe ich es mit Erstaunen, wie selbstverständlich zum Beispiel die Gruppe der Schüler inzwischen bloggt, vloggt, podcastet und Dienste wie MySpace, YouTube etc. nutzt. Da tut sich etwas, mit dem die heute ‘großen’ deutschsprachigen Blogger nichts mehr zu tun haben.

Bloggerator: Ist das schon das Web 2.0? Oder noch knapp davor?

Falk Lüke: Web 2.0 ist in meinen Augen vor allem eine Phrase. Phrasen setzt man meist dann ein, wenn man eine Entwicklung nicht präzise beschreiben kann. Insofern: ja, das kann man Web2.0 nennen, wenn man so möchte. Vielleicht auch die vielbeschworene Demokratisierung der Medien. Oder auch ganz einfach nur das Ausnutzen der Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung – auch wenn es in der Masse oft belanglos und inhaltlich wenig gehaltvoll wirkt.

Bloggerator: Müssen sich die Parteien bzw. die Politiker in naher Zukunft ändern, wenn man bedenkt, was für Möglichkeiten, z.B. das Bloggen, mit sich bringt? Sind wir alle Teil einer echten Demokratisierung der Bürger?

Falk Lüke: Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen: Blogger sind so unpolitisch wie der Großteil der Bevölkerung. Und eine nähere Beschäftigung mit Politik liegt ihnen fern, Jens Scholz hat es zum Beispiel neulich so gebloggt: “[…]Eine einfache technische Idee [hat] es ermöglicht, eine soziale Kultur zu erschaffen, die sich den Filtern Konsum, Medien und Politik entzieht, indem sie die einfach nicht mehr braucht,[..]” schrieb er. Und drückt damit eigentlich genau das aus, was einige der alten Garde – den Kommentaren in seinem Blog nach zu urteilen – denken: Ich ziehe mein Ding durch und alles andere kann mir gestohlen bleiben, denn in Blogs finde ich alles, was ich brauche.
Für mich ist das genau so kurzsichtig wie der Fakt, dass die meisten Politiker, die sich vor der Wahl mit Blogs geschmückt haben, pünktlich mit dem Wahltermin aufgehört haben. Wo sind denn die deutschen Politiker, die wie die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet bloggen? Womit ich keineswegs die bemühte zweite Reihe wie Olav Gutting oder Jörg Tauss meine.

Bloggerator: Ich war ja so frech und habe beim Westerwelle mal nach einem Blogtalk gefragt, bis Heute ohne Antwort..:-) Ich sehe das aber ähnlich, deshalb ja auch meine Frage, um es mit Torstens Worten zu sagen: Haben Blogger Macht?

Falk Lüke: Sie können Macht entwickeln, keine Frage. Über wen und über was, das bleibt diffus. Pyramidensysteme haben jedoch immer recht gut funktioniert, wenn ihre Durchschlagszeit auch immer etwas langsamer war. Doch braucht Macht auch Verantwortung und ein gewisses Mindestbewusstsein dafür.

Bloggerator: Womit wir gleich bei der nächsten wichtigen Frage sind: Mein Seitenmotto ist “Die Welt ist Scheiße – Eine Frage oder die Antwort?” Was meinen Sie?

Falk Lüke: Ich antworte mit einer Gegenfrage: Kennen Sie internetisshit.org?

Bloggerator: Nein. Aber geben Sie’s zu, sie waren mit DonAlphonso auf der gleichen Diplomatenschule oder? Ok ich stelle die Frage etwas um: Im Cicero (März 2006) Seite 16 schreibt Jean Ziegler: “Wir sind 6,2 Milliarden Menschen auf der Welt. 4,8 Milliarden …leben..in..Entwicklungsländern…Jeden Tag sterben 100.000 Menschen an Hunger…”, sind wir Alle einfach nur Verrückt oder doch nur Blind?

Falk Lüke: Ich tendiere zur Antwort: beides. Neben mir steht gerade eine Tasse Kaffee und mein Abendessen – und wir unterhalten uns hier über Probleme, die die Welt vielleicht kein Stück besser aber sicher auch nicht schlechter machen.

Bloggerator: Genug der großen Dinge…:-)) Was halten Sie von der Pressearbeit der jetzigen Musikindustrie zum Thema P2P?

Falk Lüke: Zum großen Teil sehr professionell… Über die Inhalte lässt sich trefflich streiten. Aber die grundsätzliche Linie wird wohl kaum von den Pressezuständigen verantwortet.

Bloggerator: Lassen Sie uns streiten: Und die Inhalte?

Falk Lüke: Nun, ich glaube nicht, dass wir da sonderlich ins Streiten kämen… Die großen Musikproduzenten und -vertriebe haben das Potenzial des Netzes erst verkannt, dann versucht zu bekämpfen und sind inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem sie zwar noch gerne in Richtung DRM möchten – aber schon das dafür notwendige Grundvertrauen bei den Kunden verloren haben. Dazu haben auch die offensiven Kampagnen wie “Raubkopierer sind Verbrecher” beigetragen. Ich selbst kaufe Musik übrigens meist doppelt – zum einen als Ogg Vorbis online, zum anderen als Vinyl für den Schrank und lüfterlose Stunden.

Bloggerator: Oha! Doch kein Streit..:-) Welche Zukunft sehen Sie für Musik? Wird z.B. das Vertriebskonzept der Musiker sich ändern, also weg von den Majors und hin zum Eigenvertrieb via Internet? Erste Anzeichen sind ja schon zu erkennen oder?

Falk Lüke: Ich denke, es wird auf Dauer eine Mischung sein. Vielleicht lösen auch nur neue die alten Strukturen ab, um am Ende genau so starr zu werden. Wer will das momentan ernsthaft prophezeien? Radiosender gibt es, iTunes-Charts gibt es, Plattenverkäufe im Laden gibt es, Musiker gibt es allerdings auch noch. Und letztenendes ist es vielen davon recht egal, wie sie nach oben gespült werden – ob Arctic Monkey-Style oder Tokio Hotel-Style.

Nehmen wir als Beispiel Wir sind Helden, deren Musik mir Ende 2002 oder Anfang 2003 von einem Freund als MP3 geschickt wurde. Stücke wie Popstars und Alphamännchen. Die Band habe ich dann erstmals im März oder April 2003 in Köln live gesehen, nachdem sie dann doch einen Plattenvertrag unterschrieben hatte. Dann ging alles ganz schnell – aber die Künstler hatten offenbar nicht genug Vertrauen ins Netz. Sonst hätten wir den jetzt oft bejubelten Effekt schon vor drei Jahren sehen können.

Bloggerator: Kennen Sie die Seite Besonic? Das war mal der größte Dienst bzw. Contenthalter im Web für freie Musiker.

Falk Lüke: Ja, sicher. Dort gab es zum Beispiel früher auch Solostücke von Frau Holofernes, von der ich gerade unter anderem sprach. :-)
Eine ähnliche Funktion scheint mir jetzt MySpace zu erlangen, bei der viele mehr oder minder erfolgversprechende Künstler wie ClickClickDecker oder Marybell Hörproben hosten.
Wieviel vom alten Besonic nach dem Relaunch übrig bleiben wird, werden wir sicherlich alle beobachten. Es ist natürlich eine wunderbare Anekdote, wenn das größte Indielabel der Welt von Rupert Murdoch betrieben wird..

Bloggerator: War Besonic vielleicht einfach nur zu Früh auf dem Markt? Was würden Sie Musikern raten, wie sie auch ohne solche Dienste Aufmerksamkeit erlangen könnten? Vielleicht Ihnen mal ein Ständchen trällern, wenn Sie gerade beim Essen sind?..:-)

Falk Lüke: Nein, das ist nicht sonderlich erfolgreich. Ich habe auch keinerlei Patentrezept für Musiker parat, um erfolgreich zu sein. Sonst wäre ich wohl Musikmanager geworden… Fast schon paradigmatisch finde ich, was mit Astra Kid passiert ist, einer vielversprechenden Band mit Fanbasis und halbwegs gutem Vertrag. Die aber dennoch nie den Durchbruch geschafft hat. Und ja, Besonic war sicherlich zu früh – es gab zuwenig Breitbanduser.

Bloggerator: Davon gibt es ja Dutzende, leider. Wird das zu verteilende Geld im Musikbizz an zu wenige verteilt?

Falk Lüke: Kann ich so pauschal schlecht beantworten. Klar hat man das Gefühl, dass manche Künstler und Konzerne sich ein goldenes Näschen verdient haben, während andere am Existenzminimum leben.

Bloggerator: Ich will den Blogtalk hier ein wenig erweitern und demnächst auch junge unbekannte Musiker/Gruppen zum Blogtalk einladen. Der erste Gast dazu wird Peter Piek sein. Sollten das mehr Blogger machen? Oder Zeitblogger?..:-)

Falk Lüke: Einen Versuch ist es sicherlich wert. Jede Erwähnung kann für einen Künstler Gold wert sein, insofern sollten Sie da auf offene Ohren stoßen.

Bloggerator: Wow! Wir sind jetzt zwei Stunden dabei. Noch ein wenig Lust oder eher zum Ende kommen?

Falk Lüke: Wenn Sie nichts dagegen haben, dass ich erst einmal kurz eine Zigarette rauchen, können wir die Tour d’Horizon danach von mir aus gerne noch etwas fortsetzen…

Bloggerator: Ich gebe direkt die Frage von Peadot weiter: “..Scherz beiseite, wie stehen Sie zu der Aussage: “Wir befinden uns in einer Informationsgesellschaft, was das Volk am dringedsten benötigt ist eine Wissensgesellschaft.” Information kann Wissen zwar transportieren, die Quellen des Wissens jedoch schrumpfen proportional zur angebotenen Information. Meinen Sie, eine interaktives Überangebot würde den Wissensmarkt verwässern? ”

Falk Lüke: Nein, das glaube ich nicht. Die Wissensgesellschaft setzt stets das Vorhandensein von Information voraus, sonst ist es nutzlos. Kann es ein Überangebot geben? Ich glaube nicht – es geht vielmehr darum, das Wissen angemessen (zielgruppengerecht, um mal ein böses Wort dafür zu verwenden) aufzubereiten. PM und Technology Review sprechen andere, breitere Zielgruppen an, als beispielsweise Science oder Nature. Und auch diese beiden sind nicht das Ende der Fahnenstange, das wirklich ‘harte’ Wissen wird man erst in den einschlägigen Fachjournalen finden. Doch wer versteht die Inhalte in ihrer dortigen Form wirklich, außer den einschlägigen Experten?

Bloggerator: Die Journalisten? Können Sie sich noch in alle möglichen Wissensgebiete einarbeiten? Oder ist da mittlerweile eine Abstraktion erreicht, die überhaupt keiner mehr verstehen kann?

Falk Lüke: Es hat sicherlich einen Grund, dass Journalisten nicht über alles sondern über ‘ihre’ Themen schreiben… Die eierlegende Wollmilchsau gibt es schon lange nicht mehr. Ich würde zum Beispiel wohl niemals einen Hintergrundartikel über Tulpenzucht in der Schwerelosigkeit verfassen.

Bloggerator: Und torfstechen bei Vollmond..:-)) Was halten Sie von Wikipedia? Ist das ein Anfang?

Falk Lüke: Die Wikipedia ist ein schönes Projekt, stößt aber vor allem da an Grenzen, wo menschliche Eitelkeiten betroffen sind. Ein befreundeteter Bioinformatiker schilderte mir neulich sein Leid, dass ein User sich offenbar für einen Experten hält – nur sachlich leider oft vollkommen daneben liegt, da sein Wissensstand nicht mehr up to date ist. Die inhaltlich korrekten Edits wurden natürlich umgehend zurückgenommen… Zum grundsätzlichen Reinschnuppern in ein Thema ist die Wikipedia natürlich häufig ein guter Anlaufpunkt, gerade dort, wo es nicht so sehr auf die Akuratesse ankommt.

Bloggerator: Wird Wikipedia vielleicht mal Google & Co. ersetzen? Oder ist das nicht eigentlich schon so?

Falk Lüke: Google und Wikipedia arbeiten ja nicht gegeneinander. Ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, dass Wikipedia nicht zuletzt von Google lebt, stehen doch die Einträge häufig genug weit oben in der Trefferliste.

Bloggerator: Wenn Google seinen Plan umsetzt, endlich wieder mehr sinnvolle Treffer zu zeigen und die Suchmaschinentrickser aussortiert, sicherlich. Was sagst Du zum Fall “Hacker Tron”? War das Geplänkel nötig?

Falk Lüke: Das Geplänkel war kontraproduktiv. Und natürlich war das Ergebnis auch vorhersehbar. Souverän fand ich Tim Pritloves Reaktion zum Fall, die er allerdings später wieder abgeändert hat. Es wirft ein schlechtes Licht auf Andy Müller-Maguhn und mit ihm als bekanntestem CCC-Kopf auch ein wenig auf diesen, wenn die Logik des Netzes nicht erkannt wird…

Bloggerator: Gibt es evtl. Informationen, ob z.B. Wikipedia beim 100-Dollar-Laptop zum Einsatz kommt? Sie als Journalist haben doch da sicherlich _mehr_ Quellen oder?

Falk Lüke: Die besten Quellen hat jeder Netznutzer selbst – Suchmaschine, EMail und Telefon. Die Kontaktdaten der meisten Ansprechpartner finden sich im Netz, es ist nur die Frage, wieviel Zeit man investiert, um über etwas Bescheid zu wissen, es zu prüfen und dann in menschenverständliche Form zu bringen (nicht zuletzt die Aufgabe von Journalisten).

Bloggerator: Hm? Sollten Blogs vielleicht eine Pflicht für Menschen werden, wie der Perso oder die Geburtsurkunde? “Siehe da ein Baby äh Junge!” Und hier ist der Blog dazu?

Falk Lüke: Nein, sicherlich nicht. Ich blogge zum Beispiel in meinem einen Blog ja fast ausschließlich privat – dennoch ist es so, dass die dort geschilderten Dinge nur wenig über mein Leben verraten. Blogs sind persönlich gestaltete Zerrbilder – mit der Realität haben sie nur wenig zu tun. “Digitale Schminkspiegel” wäre vielleicht das richtige Wort dafür.

Bloggerator: Schminkspiegel? Ich dachte Klowände? ..:-) Was halten Sie von dem Klowand-Desaster?

Falk Lüke: Ein Kommunikations-GAU. Doch man darf bei all dem nicht vergessen: es ist eine firmeninterne E-Mail gewesen, die gebloggt wurde. Und dass bei Familie Jung (nicht von Matt, also der andere Teil der Werbeagentur) vor dem Haus Autos abgefackelt wurden, das ist schlicht und ergreifend Fakt. Was würden Sie da denken, wenn ihre Kinder am Fenster zugucken dürfen, wie einige Übermotivierte da Sachbeschädigung im großen Stil durchziehen? Gut, man geht offiziell davon aus, dass das nicht Blogger waren, sondern es der Hamburger Autonomen/Antifa-Szene zuzurechnen war. Aber auch Werber sind Menschen – vielleicht nicht wie alle anderen, aber Menschen.
Dass Jean-Remy von Matt nebenbei auch noch gebürtiger Schweizer ist, ist natürlich wieder vor allem anekdotisch.

Bloggerator: Oh neue Informationen. Das da Jemand Autos abfackelt ist schlicht Dumm. Aber so sind ja manche Zeitgenossen. Ja wir sind jetzt drei Stunden dabei, ich denke es wird Zeit. Ich möchte mich bei Ihnen bedanken, mir hat’s sehr gut gefallen. “…mal schauen wie gut das funktionieren kann und wird…” Und? Hat es funktioniert? Würden Sie den Blogtalk weiterempfehlen? Oder sollte ich besser aufhören damit?

Falk Lüke: Ein interessantes, neues Format. Setzen Sie es fort, kündigen Sie es frühzeitig an, ich klinke mich bei Gelegenheit gerne ein und stelle kommenden Gästen via Kommentar ein paar Fragen. Mir hat es Spaß gemacht und ich wünsche noch einen schönen Abend.

9 comments

  1. Herr Lüke, ich wollte früher Popstar werden, jetzt bin ich Blogger. Geld, Ruhm – alles ist da. Aber wo sind die Groupies?

  2. Haben Blogger Macht? Könnten Sie die Veröffentlichung eines neuen AmigaOS bewirken, wenn sie nur oft genug darüber schreiben?

  3. Oh ja… bitte ein AmigaOS… bitte den AMIGA zurück, coolste Kiste ever!!! Wenn ich das noch ein paar mal schreibe, dann tauchts bei google wieder oben auf. AMIGA rulez!

    Scherz beiseite, wie stehen Sie zu der Aussage: “Wir befinden uns in einer Informationsgesellschaft, was das Volk am dringedsten benötigt ist eine Wissensgesellschaft.”
    Information kann Wissen zwar transportieren, die Quellen des Wissens jedoch schrumpfen proportional zur angebotenen Information. Meinen Sie, eine interaktives Überangebot würde den Wissensmarkt verwässern?

  4. [...] Für alle die nicht zu gucken, wie der deutsche Nationalstolz den italienischen Bach herunter gespüllt wird, geb ich Mal einen späten Tipp ab: Blogtalk bei Die Welt ist Scheisse mit Falk Lücke. Viel Spaß beim lesen. [...]

  5. hmmm… ich hätte Falk gerne die eine oder andere Frage gestellt…… aber irgendwie war ich heute mies drauf, weshalb ich wohl nicht so ganz lieb wie sonst gewesen wäre. Deshalb entschloss ich mich, eher zu schweigen und mitzulesen…

  6. [...] Achim Meißner hatte mich zu seinem experimentellen Blogtalk-Format eingeladen. Durchaus nachahmenswert, diese Mischung aus Chat und Blogpostings. Falk Lüke | 23:27 [...]

  7. [...] Was für eine Woche. Ziemlich viel los gewesen, dabei war ich kaum außer Haus… Gut, alles mögliche mitgenommen, was ging – und jetzt sind wieder einige schöne Dinge in der Pipeline. Und nebenbei auch noch die Zeit für einen kleinen Blogtalk mit Achim Meißner gefunden. Trotzdem bleiben natürlich all die Dinge unbearbeitet, die wirklich dringend wären. Ägerlich. Irgendwie freu ich mich auf ein gediegenes Wochenendbier heute abend. [...]

  8. [...] Die Welt ist Scheisse – Aber ohne Geruch » Blog Archiv » Blogtalk mit Falk Lueke (tags: blogs interview) [...]

  9. [...] der Bloggerszene wird gerne Häme auf Politiker ausgegossen: Mit neuen Medien kennen sie sich nicht aus oder sind gar Technikverweigerer (Generation 0.0). Oder [...]

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