Blogtalk mit Gero von Randow

Liebe Leser, am 22.03.06 ab 19:00 – 20:00 Uhr findet hier in diesem Blog Live, in Farbe und Stereo, die nächste Blogtalk-Show der Geschichte statt. Der Weltherrscher lädt ein, der nächste Gast ist Gero von Randow. Wer Gero von Randow nicht kennt, sollte einfach in seinem Blog vorbeischauen…

(Wer Lust und Laune hat den Blogtalk am 22.03. con 19:00 – 20:00 Uhr zu besuchen, der sollte diesen Artikel im Auge behalten. Wie das geht? Ganz einfach, diesen Artikel öffnen und ab und zu Aktualisieren (F5). Die Fragen und Antworten werden im Hintergrund gestellt und dann von mir hier eingefügt werden.)

Die Talkthemen werden u.a. sein:
- Wohin geht der Onlinejournalismus
- Sind Blogger auch Journalisten
- u.a.

Blogtalk heute mit Gero von Randow ab 19:00 Uhr:

Bloggerator: Ich Grüße meine UntertanInnen und natürlich meinen fünften Gast Gero von Randow. Im letzten Sommer haben Sie für ein wenig Wirbel in Blogtowncity gesorgt, würden Sie das Heute auch noch so formulieren?

Gero von Randow: Nun, das bezog sich auf die Einsendungen, die bis dahin eingetrudelt waren. ZEITonline (damals gehörte ich nicht dazu) bat mich, die doch schon mal kritisch zu beäugen und meine Meinung aufzuschreiben. Das habe ich getan. Und zwar eher dezent, IMHO. Seither sind ein paar Menschen schrecklich böse auf mich.

Bloggerator: War das eine Schlappe für den ersten Blogversuch?

Gero von Randow: Wessen Versuch jetzt – meinen? Ich hatte damals mein Megawatt-Blog laufen, das wurde dadurch nicht in Mitleidenschaft gezogen. oder meinst Du die anderen? Nö, es kamen bald darauf sehr schöne Blogs dazu.

Bloggerator: Duzen ist Super. Fällt mir leichter dann Fragen zu stellen. :-)
Ich meinte eher, dass auch Heute noch immer manche Blogger darauf anspringen. Schadet so etwas langfristig? Oder anders formuliert, der Zeitblog wird ja immer wieder kritisiert, könnte das auch daran liegen?

Gero von Randow: “Den” Zeitblog” gibts ja nicht, sondern an die 30 unterschiedliche. Sie gefallen unterschiedlichen Leuten unterschiedlich gut. Aber das ist normal. Und mit meiner Meinungsäußerung von damals, die selbstverständlich weit über das hinaus ging, was in Blogs an Flaming etc üblich ist, hat das nichts zu tun. So wichtig bin sogar ich nicht.

Bloggerator: Gestern hab ich mit Nuf einen Blogtalk geführt, sie sagte ich solle Dich grüßen und sie erwartet einen Blogtalk, der relevant, ansprechend, humorvoll und anregend zugleich ist! Schaffen wir das?

Gero von Randow: Relevant haben wir schon mal abgehakt. Jetzt bitte ansprechend. Du fängst an.

Bloggerator: Laut Nuf müssten wir uns dann jetzt als Frauen ausgeben und über die Vorlieben beim Analverkehr sprechen. Ich bleibe aber dennoch lieber bei wichtigeren Themen: Woher kommt eigentlich der Streit Blogger vs. Journalisten. Ich versteh den Grund leider gar nicht, Nuf auch nicht, kannst Du da evtl. Gründe für angeben?

Gero von Randow: Der Streit hat mittlerweile ein Stadium erreicht, in dem alle Beteiligten sagen “ich verstehe den Streit auch nicht.” Also: Ich verstehe den Streit auch nicht. Oder ich verstehe ihn doch, und zwar so: Einige der Beteiligten – aiuf beiden Seiten – glauben, die anderen schauten von oben herab, obwohl diese (die anderen) doch selber unten säßen. Und so weiter. In Wahrheit müssen sie sich nicht streiten, denn sie machen Unterschiedliches (ja, es gibt auch eine Schnittmenge). Weder müssen sie sich um Anerkennung noch um Klix noch um Werbeeinnahmen streiten.

Bloggerator: Wird sich vielleicht in naher Zukunft auch im Verlagswesen etwas ändern durch die Bloggerei? Hat das klassische Medium “Zeitung/Zeitschrift” auch Übermorgen noch eine Chance?

Gero von Randow: Durch die Bloggerei – tja, das wüssten jetzt alle gerne und ich auch. Das Schöne an Blogs ist das Zusammenklumpen von mehr oder weniger engagierten Individuen. Also das Soziale. Ob diese Aufmerksamkeitskonzentrationspunkte – oder wie das heißt – Öffentlichkeit und vermarktbare Aufmerksamkeit schaffen könne, das muss man eben ausprobieren. Möglich isses. Das klassische Medium im Übrigen hat vermutlich auch Übermorgen eine Chance. Vielleicht als als Super-Premium-Newsletter auf Edelpapier, herausgegeben von Websites? Wer weiß. Es gibt ja auch noch Theater, trotz Kino, und Kino, trotz Fernsehen usw.

Bloggerator: In deinem Blog kann man lesen “Liebe Leserin, lieber Leser, Megawatts kleine Welt ist durchmessen …Es wird Neues geben.” Web2.0 oder war einfach die Luft raus beim bloggen?

Gero von Randow: Nee, ich wusste erstens, dass ich im Begriff war, Online-Scheff zu werden. Und da war mir klar: Ich schaff’s nicht mehr. Und zweitens hatte ich das Gefühl, die Themen nur noch weiterverfolgen und aktualisieren zu können (die Zugriffe wuchsen auch brav), aber nicht mehr via Weblog erweitern zu können. Und weil ich sprunghaft bin: Aus die Maus.

Bloggerator: Wenn man nach deinem Namen googelt dann findet man auch einen Wikipediaeintrag. Die wichtigste Frage für mich war, hast du den selbst geschrieben? :-)

Gero von Randow: Na hör mal. Wie ist eigentlich das Gefühl, meinen Namen zu googeln?

Bloggerator: :-) Wie ist das Gefühl bei Wikipedia zu stehen fühlt man sich da schon ein wenig hm “Älter”?

Gero von Randow: Ich bin 53 Jahre alt. Ich finde, dann darf man ins Wikiheim.

Bloggerator: Suchst Du auch auf Wikipedia? Was hälst Du von dem Projekt Wikipedia insgesamt?

Gero von Randow: W. ist für mich wichtiger als Google geworden. Gutes Recherchetool. Und wir haben auch interne Wikis.

Bloggerator: Sind Wikis und Blogs eine neue Form der Demokratie über alle Grenzen hinweg?

Gero von Randow: Diskussion ist nicht dasselbe wie Demokratie. Aber: Im Netz gibt’s viel Diskussion, und das kann der Demokratie nützen (was dort, wo keine Demokratie existiert, von den Staatsorganen gut begriffen wird).

Bloggerator: Ja Staatsorgane. Ich habe einen Politiker angeschrieben (Name egal) und um einen Blogtalk gebeten, ein Mitarbeiter belehrte mich erst in der Antwort und dann schrieb er: ” …jene orientierungslose Kommunikation, die
aus der potenziellen Informationsquelle Internet einen Kommunikationsmüllhaufen macht..”.
Haben Politiker eigentlich Blogs schon auf ihrem Radar? Leben wir im Kommunikationsmüllhaufen?

Gero von Randow: Da hat der Mitarbeiter aber mal so richtig nen schönen Tag gehabt. Ansonsten … nee, in Deutschland sind Weblogs noch kein politischer Faktor, anders als in den Vereinigten Staaten oder in Frankreich. Insofern kann man das den Politprofis nicht übel nehmen.

Bloggerator: Meine Lieblingsfrage: Ist die Welt Scheiße?

Gero von Randow: Also, für meinen Enkel besteht sie zu ca. 33,33 Prozent aus Scheiße. Ich bin kürzlich Großvater geworden, da sieht man die Welt mit mehr Gelassenheit (greift zur Krücke).

Bloggerator: *schnitzt schon an einer krücke* Welche Lieblingsblogs hast Du?

Gero von Randow: http://www.poynter.org
http://j-walkblog.com/
http://www.armscontrolwonk.com/

Bloggerator: So wir sind fast eine Stunden dabei. Ich bedanke mich bei Dir. Zum Schluss noch: Würdest du Blogtalk empfehlen oder sollte ich eher damit aufhören? Und viel wichtiger: Hast Du ein Motto?

Gero von Randow: Blogtalk macht mir Spaß. Und wenns den Besuchern gefällt: Dann unbedingt weitermachen. Schöne Form.

So, jetzt geh ich kochen. Dann Fussi gucken.

…..urps, das Motto:

„Remember, there’s a big difference between kneeling down and bending over“ (Frank Zappa)

One comment

  1. Menno, schon wieder verpasst… ich arbeite zuviel… :(

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