Liebe Leser, am 28.04.06 ab 20:00 Uhr findet hier in diesem Blog Live, in Farbe und Stereo, die nächste Blogtalk-Show statt. Der Weltherrscher lädt ein, der nächste Gast ist Daniela Waschow Pressesprecherin von OpenBC, wer sie nicht kennt kann hier oder hier vorbeischauen …
Wer Lust und Laune hat den Blogtalk am 28.04. ab 20:00 Uhr zu besuchen, der sollte diesen Artikel im Auge behalten. Wie das geht? Ganz einfach, diesen Artikel öffnen und ab und zu Aktualisieren (F5). Die Fragen und Antworten werden im Hintergrund gestellt und dann von mir hier eingefügt werden. Meine Untertanen können übrigens in den Kommentaren gerne auch Fragen stellen, quasi aus dem Off, aber schneller und besser, nicht vergessen wir sind im Internet..:-))
Die Talkthemen werden u.a. sein:
- Netzwerken
- Corporate Blog
- Erfahrungen
- Zukunft der Bloggerei
- u.v.a.
Blogtalk heute mit Daniela Waschow ab 20:00 Uhr:
Bloggerator: Ich Grüße meine UntertanInnen und natürlich meinen nächsten Gast Daniela Waschow.
Ist die Welt Scheisse?
Daniela Waschow: Die Welt ist scheisse für die, die sie scheisse finden. Ich selbst finde die Welt an sich ziemlich genial.
Moin, erst mal!
Bloggerator: So, die schwierigste Frage wäre somit gestellt. :-)
Was ist Bloggen für Dich?
Daniela Waschow: Gute Frage, mal nachdenken…für mich persönlich ist bloggen eine Form von Kommunikation die mir absolut liegt: schnell, ehrlich und vor allem schnörkellos. So fix, wie Informationen ausgetauscht werden können, das ist schon der Wahnsinn!
Ich unterhalte mich gerne mit Menschen – egal ob online oder beim Bier. Da meine kleine Weltherrscherin (aka Leni, 6 Monate) mich momentan tagsüber ziemlich auf Trab hält, sind Blogs für mich eine unkonventionelle Möglichkeit im Gespräch zu bleiben.
Bloggerator: Müssen Frauen im Beruf auch im Gespräch bleiben, ich dachte wir hätten Gleichberechtigung?
Daniela Waschow: Ohje, gefährliches Thema, bei dem “jemanden-auf-die-Füße-latschen” schwer zu vermeiden ist.
Für mich war die Diskussion um die Gleichberechtigung nie ein Thema. Mir war von Anfang an frei gestellt, wie lange ich im Erziehungsurlaub bleiben möchte. Schon im Geburtsvorbereitungskurs liefen die ersten Wetten, dass ich keine 6 Monate zu Hause bleiben werde. Nun ja, die haben wohl alle gewonnen…smile.
Es ist zum einen vom Typ Frau abhängig inwieweit man zulässt, nicht mehr im Gespräch zu sein. Ich fand es schade, dass mein Mann abends nach Hause kam und erzählt hat, welche spannenden Themen gerade im Business diskutiert werden und ich nur sagen konnte, wie oft ich mich umziehen musste, weil die Kleine mich mit schöner Regelmäßigkeit vollgekotzt hat.
Ich habe also gemerkt, wie schnell die Welt sich dreht, wenn man ihr den Rücken zeigt. Damit war ich nicht zufrieden und habe wieder begonnen mich wieder beruflich zu engagieren.
Bloggerator: Wird das Internet, das Bloggen, kurz das Vernetzen da noch was ändern? Ich verstehe Frauen zwar nicht wirklich, aber ich lese jetzt immer häufiger von ihnen. Ist das der Weg in die Zukunft?
Daniela Waschow: Hach ja, wir Frauen…da versteh´uns doch mal einer ;-)
Vielleicht nicht alle Online-Medien werden etwas verändern, aber sie werden definitiv etwas bewirken. Frauen sind in der Regel sehr gut vernetzt, was ein paar Männer möglicherweise schwer nachvollziehen können, weil es für sie nicht allzu offensichtlich ist, wie Frauen beim netzwerken vorgehen.
Wenn ich von mir auf “Frauen” schließen dürfte, dann würde ich sagen, dass wir vielleicht nicht immer konkret etwas im Schilde führen, wenn wir online unterwegs sind, sollten wir allerdings über etwas stolpern, dass für uns existenziell wichtig ist oder das wir unbedingt haben müssen (Schuhe auf ebay?), dann können wir schon sehr zielgerichtet vorgehen.
Außerdem sind wir zahlenmäßig in der Überzahl großer Weltbeherrscher…haha.
Bloggerator: Einfach nur Weltherrscher :-)
Wohin wird der Vernetzungszug fahren? Haben wir bald alle eine W-Lanantenne im Kopf?
Daniela Waschow: Sorry, “Weltherrscher” natürlich…da bin ich wohl auf meiner Schleimspur etwas ausgeglitten.
Ich glaube du sprichst da zwei Sachen an: zum einen das Thema Social Software und die unaufhaltsame Vernetzung seiner selbst im Universum und zum anderen den rasanten Einzug von diesen kleinen technischen Helferlein, die alle ein Kabel im “Po” haben.
Ha, da fällt mir doch gerade ein, dass wir mit openBC auf mobilen Endgeräten ja beides haben…ohne Antenne auf irgendwelchen Körperteilen.
Möchtest du gerne Antennen für T-Mobile oder E-Plus zur Schau tragen? Immerhin könntest du wählen zwischen pink und grün (oder rot für Vodafone – so jetzt haben wir aber fast alle genannt).
Bloggerator: Ist das Netzwerken auf OpenBC immer einfach?
Daniela Waschow: Das netzwerken mit openBC ist spielend einfach. Es gibt so viele Funktionen, die es den Nutzern ermöglichen mit potenziellen Geschäftspartnern in Kontakt zu treten. Die ganze Plattform ist darauf ausgerichtet das Netzwerken einfach zu gestalten – unabhänig von Branche oder Land oder Interessensgebieten.
Wir haben jetzt gerade eine Serie von RSS-Feeds gestartet, die dein Leben als Netzwerker extrem vereinfachen und dir ein bisschen mehr Zeit schenken. Schon ausprobiert?
Das netzwerken auf openBC ist dann einfach, wenn man sich an die “güldenen” Regeln des Networkings hält. Einige machen den Fehler und warten wir die Spinne im Netz, dass ein fetter Brummer vorbeifliegt. Andere schießen vielleicht ein bisschen über das Ziel hinaus, weil sie zu forsch und energisch vorgehen.
openBC minimiert die Hemmschwelle, um mit anderen in Kontakt zu treten. Also: Das netzwerken auf openBC ist einfach.
Bloggerator: Peadot fragt:”..Das Problem des Megatainments oder das der totalen Vernetzung wird noch zu anderen Problemen führen; der Tag wird auch weiterhin 24 Stunden haben und auf dem Klo möchte man doch wirklich nicht erreicht werden. Unsere Kommunikation ist im Gegensatz zu unserem physischen Dasein interkontinetal, global und manchmal sogar darüber hinaus gehend. Führen diese Netztechnologien nicht eher dazu, Dinge zwar zu 1000% wahrzunehmen, aber nur zu 50% verarbeiten zu können? Und welche Chancen bietet diese extreme mögliche Wissensbreite bei gleichzeitiger Verflachung eben dieses Wissens? ..”
Daniela Waschow: Zwischen Megatainment und Vernetzung muss man unterscheiden: Klar will ich auch mal alleine sein, und wenn es nur auf dem Klo geht. Aber selbst an dem ehemals verschrieenen “stillen Örtchen” ist es laut geworden. Da war ich doch neulich in diesem Berliner Hotel, wo mir der Anchorman (aka Nachrichtensprecher) von RTL via Flatscreen irgend etwas zusäuselte.
Vernetzung wäre es dann, wenn ich eine Beziehung (natürlich rein geschäftlich) mit ihm hätte und er auf meiner Berliner Hoteltoilette eine Konferenz zum Weltgeschehen abhalten möchte.
Bloggerator: Wie wichtig ist Heute ein eigenes Blog, gerade auch für Unternehmen? Hat das Bloggen einen Nutzen?
Daniela Waschow: Es ist heutzutage aus meiner Sicht nicht mehr Luxus seitens eines Unternehmens sich Kommunikation mit Kunden zu leisten oder eben auch nicht. Wer meint er höre die kritischen Stimmen von Verbrauchern bzw. Kunden nicht, wenn er nicht mit ihnen spricht, ist entweder taub oder hat ein gesteigertes Interesse daran, dass sein Business nicht mehr funktionieren soll.
Für uns war es ziemlich schnell klar, dass wir ein Corporate Blog machen wollen, wir waren uns nur nicht sicher, ob und was wir zu erzählen haben, dass andere zum Dialog einlädt. Außerdem wollten wir es richtig machen und nicht “wir haben auch einen blog…und nun?”. Wäre ja auch zu blöd gewesen. Einige haben uns gefragt, warum wir einen Blog brauchen, wo wir doch die Kommunikation in unseren Gruppen haben. Ja und nein. Bei über 3.000 aktiven Gruppen wird es halt schwer immer überall gleichzeitig zu sein, und sich auszutauschen.
openBlog ist mittlerweile 6 Monate alt und ich bin immer wieder begeistert mit wie vielen Menschen ich darüber schon ins Gespräch gekommen bin. Der Blog ist perfekt für eine schnelle Kommunikation, abseits vom PR-Geplänkel.
Wir sind immer wieder erstaunt, dass viele unserer Leser unbedingt wissen möchten, was sich hinter der Firma verbirgt…Mitarbeiter, Projekte, Entscheidungen etc. Wir wollen die Leute hinter openBC zeigen und das gelingt uns.
Bloggerator: Ist das Blog von Morgen der Meinungsführer in Deutschland oder werden die Verlage dennoch weiterhin den Ton angeben? Worauf stellen sich die Unternehmen eigentlich ein, wer bekommt in naher Zukunft die Werbegelder?
Daniela Waschow: Virtuelle Fachverlage, die nichts anderes machen werden als Spezialblogs zu aggregieren, werden aus meiner Sicht von der Entwicklung des Kommunikationsmediums am meisten profitieren – sprich, bei ihnen wird das Einnahmesäckchen gut gefüllt sein.
Auha, weiter in meinem Kaffeesatz gelesen … hinsichtlich der Verlage glaube ich, dass einige Entscheider in den oberen Print-Etagen sich gewaltig umgucken müssen. Der Markt wird nicht mehr nur von den Verlagen gestaltet, sondern mehr und mehr von den Verbrauchern (Wikipedia ist ein gutes Beispiel). Gut für alle Verlage, die die Zeichen der Zeit erkannt und für sich genutzt haben.
Ich komme wie gesagt gerade von einer Konferenz aus Berlin, die das Thema “Die Macht der Medien” zum Schwerpunkt hatte. Es gab nur einen Vortrag zum Thema Blog und der Referent hatte noch nicht einmal einen eigenen … Ich habe in diesem Raum gesessen und mich bei dem einen oder anderen schon etwas wundern müssen, in welcher Welt sie leben und was es wohl braucht, um die neuen Medien so zu ignorieren, dass sie für sie einfach nicht existieren.
Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen…wo hab´ ich das schon mal gehört?!
Bloggerator: Was wünscht Du dir als Mutter bzgl. Job, Karriere, Zukunft? Ist unsere Gesellschaft Zukunftsfähig?
Daniela Waschow: Frieden.
Frieden vor diesen ganzen Diskussionen was Kinder an Unterhalt bis zu ihrem 18. Lebensjahr kosten (ätzend), Frieden vor den Querelen im Job, denen manche Frauen mit Kinderwunsch ausgesetzt sind (unnötig), Frieden vor der Familienpolitik des Staates (lächerlich) und Frieden vor Mitmenschen die ihre Hunde auf Rasen scheißen lassen, aber nicht Kinder spielen (spießig).
Ich habe ein tolles Team – zu Hause und vor allem im Job! – das es mir ermöglicht, Kind und Karriere zu vereinen. :-)
Ja, unsere Gesellschaft ist zukunftsfähig! Wir sind die Gesellschaft. Wenn etwas schief läuft, dann weil wir es vermasselt haben.
Bloggerator: “schief läuft..”, wann kommt eigentlich die Politik zum Blogger? Müssen erst noch mehr Unternehmen erfolgreich zeigen, was Bloggen ist…
Daniela Waschow: …der ist gut!
Stell dir doch mal vor, Gerhard Schröder hätte gebloggt. Über Doris, seinen großen Schreibtisch in der “Waschmaschine” und wie er sich gefühlt hat, als sich ihm wegen der Haarefärberei dieselbigen zu Berge gestellt haben…
Nee, also ich weiß nicht. Meistens kommunizieren Politiker hinter Rednerpulten und dann auch nur im Monolog. Glaubst du, dass sie die direkte Kommunikation mit Wählern/Nichtwählern erfolgreich suchen werden?
Wohl nur, wenn es noch ein Stimmchen mehr bringt, oder?
Bloggerator: Die laufen doch jeder Stimme hinterher, da kennen die doch nix.. :-)
Blogger schreiben ja gerne, wie die Finger wollen. Brauchen wir mehr Gelassenheit, mehr “Pantoffel-Blog-Politik”?
Daniela Waschow: Das eine ist der Stil und das andere der Ton. Man kann alles sagen, wenn man sich nicht im Ton oder an anderen vergreift.
Ich finde es klasse, dass es Blogger mit Ecken und Kanten gibt. Von mir aus können die auch mit Kissen, Deckchen und Wackeldackel dekoriert sein – solange es authentisch ist.
Wider dem Blogger-Einheits-Brei! ;-D
Bloggerator: So wir sind jetzt 3 Stunden dabei, ich Bedanke mich bei Dir und natürlich auch bei den anderen Gästen. Zum Schluss noch, ich suche ja immer wieder gerne nach dem Sinn des Lebens, so die Welt beherrschen ist ja auch nicht alles. Wird vielleicht das ganze Blogweb2.0gedöhnsdingens endlich auch die großen Fragen beantworten? Angeblich sind wir ja in der Gruppe schlauer? Ist Social-Software somit ein wichtiger und zwingender Schritt der Menschheit?
Daniela Waschow: Nanu, wer hat denn da an der Uhr gedreht?
Herrje, und jetzt noch zum Abschluss so eine trickreiche Frage.
Dass wir zumeist in der Gruppe schlauer sind hat die Menschheit schon in der Steinzeit gemerkt. Sonst wären wir ja nicht hier. Kein Weltherrscher und keine Untertanen. Ob der Gruppen-Ansatz immer der richtige ist, sei dahingestellt und ist sicher absolut von der Sache abhängig.
Social Software ist aus einem Bedürfnis heraus entstanden und demnach wichtig solange dieses Bedürfnis besteht – und es ist nicht zwingend.
Es soll ja Leute geben, die noch nie ein Handy besessen haben. War es ihnen wichtig eines zu besitzen: nein. Empfinden sie es als zwingend eines zu besitzen: noch mal nein.
Mach´s gut Weltherrscher! Und denk´ dran: Sie dreht sich doch, unsere kleine schöne Welt! ;-D
Ich kannte bislang niemanden, der das Wort “Schwangerschaft” so wirtschaftswissenschaftlich umschreibt… (https://www.openbc.com/hp/Daniela_Waschow)
@untertan erster klasse
ist das auch eine frage? :-)
Sorry, nee… das war eine Feststellung. Aber wenn Du magst, verbinde ich eine Frage damit: “Frau Waschow, wie passt für Sie Karriere und Familie zusammen? Segen oder Frust?”
Achim: Danke für die FirstClass… die kenne ich sonst nur von der StarAlliance :)
dir sei vergeben! staralliance? bist du der eine fan in deutschland?
Die haben so nette Stewardessen…
Das Problem des Megatainments oder das der totalen Vernetzung wird noch zu anderen Problemen führen; der Tag wird auch weiterhin 24 Stunden haben und auf dem Klo möchte man doch wirklich nicht erreicht werden. Unsere Kommunikation ist im Gegensatz zu unserem physischen Dasein interkontinetal, global und manchmal sogar darüber hinaus gehend. Führen diese Netztechnologien nicht eher dazu, Dinge zwar zu 1000% wahrzunehmen, aber nur zu 50% verarbeiten zu können? Und welche Chancen bietet diese extreme mögliche Wissensbreite bei gleichzeitiger Verflachung eben dieses Wissens?
[...] but this blogtalk is in German. Since it would take a hell of work to translate what I´ve said in interview with Achim, aka “Weltherrscher”, I rather keep it as it [...]