Liebe Leser, am 08.08.06 ab 15:00 Uhr findet hier in diesem Blog Live, in Farbe und Stereo, die nächste Blogtalk-Show statt. Der Weltherrscher lädt ein, der nächste Gast ist Sven Lennartz (Leitung & Redaktion) von Dr.Web, das Blog

Wer Lust und Laune hat den Blogtalk am 08.08.06 ab 15:00 Uhr zu besuchen, der sollte diesen Artikel im Auge behalten. Wie das geht? Ganz einfach, diesen Artikel öffnen und ab und zu Aktualisieren (F5). Die Fragen und Antworten werden im Hintergrund gestellt und dann von mir hier eingefügt werden. Meine Untertanen können übrigens in den Kommentaren gerne auch Fragen stellen, quasi aus dem Off, aber schneller und besser, nicht vergessen wir sind im Internet..:-))

Die Talkthemen werden u.a. sein:
- Web 2.0
- Web 3.0
- Dr. Web Magazin
- Onlinejournalismus
- u.v.a.

Blogtalk heute mit Sven Lennartz ab 15:00 Uhr:

Bloggerator: Ich Grüße meine UntertanInnen und natürlich meinen nächsten Gast Sven Lennartz.
Sind Blogs eine Gefahr für Online-Magazine?

Sven Lennartz: ahoi zusammen!

gefahr würde ich es nicht nennen, aber man muss sich drauf einstellen. früher gab es eine menge leute, die wollten auch mal was beitragen, sagen, schreiben, hatten aber kein sprachrohr – außer vielleicht foren. da konnte ein magazin einspringen. heute geht das nicht mehr so, da bloggt man lieber selbst. es fehlt also an autoren, obwohl es mehr denn je gibt.

andererseits liefern die vielen blogs unendlich viele ideen und material, das man aufgreifen kann. die vielfalt hat insgesamt enorm zugenommen.

Bloggerator: Du suchst ja Autoren und willst da auch Geld für bezahlen, zuerst dachte ich an ein Wunder? Schon welche gefunden? Ist das ein Weg den man gehen muss?

Sven Lennartz: klar findet man welche. wenn nicht, müsste ich alles selbst schreiben. das ist für mich schon mal eine motivation aktiv zu suchen ^^

einen autor zu bezahlen finde ich selbstverständlich. wenn es ein einmaliger artikel oder beitrag ist mag das auch mal so gehen oder im austausch für werbung oder aufmerksamkeit. aber selbst wenn es nur ein kleiner einmaliger beitrag ist, ist eine kleine vergütung auch ein zeichen der anerkennung der leistung. aber bei regelmässiger lieferung muss es sein. der leser weiß gar nicht viele stunden arbeit in manchen sachen drinstecken.

Bloggerator: Auf Eurer Seite ist ja richtig was los bzgl. Blogs, z.B. die Aktion Blog-Plakate oder die Kaffeebecher-Verlosung. Wie wichtig ist Euch der Blog? Was für Ideen, Vorschläge oder Feedback könnt ihr über den Weg Blog erreichen?

Sven Lennartz: das bloggen hat mir seit jeher gefallen. für mich wars zuerstmal die möglichkeit auch kurze texte zu schreiben, ideen vorzubringen oder etwas internes zu erzählen ohne gleich einen vollständigen artikel schreiben zu müssen. eine andere möglichkeit war in einem online magazin nicht vorgesehen… das waren damals aber nur ein paar normale html-seiten irgendwo im angebot, ohne blogsoftware und was dazu gehört.

im laufe der zeit ist es wichtiger geworden. seit ende letzten jahres bin ich auch aktiver geworden. das blog ist jetzt wichtig um überhaupt noch wahrgenommen zu werden. es wird über das thema drüber geredet, es entwickelt sich was. von online magazinen spricht keiner.

Bloggerator: In den letzten Wochen, Startschuss war wohl die Opel-Aktion, wird immer heftiger und deftiger über das Thema Kommerzialisierung von Blogs und deren “Glaubwürdigkeit” gesprochen, natürlich vor allem in Blogs. Geht der Trend hin zum Kommerzbloggen?

Sven Lennartz: in unserer welt wird alles kommerzialisiert. aber das wird nur einen winzigen teil der ganzen blogs betreffen. den besonders sichtbaren halt. ich denke mal, daran wird man sich gewöhnen müssen. ich finde es nicht verwerflich an experimenten wie opelbloggen etc. teilzunehmen. man muss das für sich selbst abwägen. immerhin gibt es noch eine gute portion empfindlichkeit und genaues beobachten in der blogosphäre. wenn man sich “gewöhnliche” websites im vergleich dazu anschaut. da gibt es doch kaum hemmungen. alles voll von werbung, partnerprogrammen, spam. man weiß nicht wer da was macht und zu welchem zweck und welche firmen etc. dahinterstehen.

Bloggerator: Na das nenn ich mal eine Steilvorlage..
Du bist ja jetzt schon eine Ewgikeit im Web unterwegs (ab 1996), was hat sich da in dieser Computerewigkeit am meisten im Web geändert? Ich kann mich z.B. noch gut an die Zeit so um 1999/2001 erinnern, da war alles nur Dotcom-Wahnmässig..

Sven Lennartz: 1997 habe ich mich selbständig gemacht als webdesigner, nach ein paar monaten entstand dr.web. und zwar deshalb weil ich wegen fehlender aufträge viel zeit hatte und begierig war etwas mit den möglichkeiten zu machen, mich zu zeigen und zu lernen.

davor hatte ich eine website für asiatische philosophie und literatur – in englisch. das war ein hobby, ich habs abends und am wochenende gepflegt. dort gab es insgesamt 5 mal einen internationel haiku-wettbewerb. wer weiß was draus geworden wäre, wenn ich dabei geblieben wäre… ich habe damals auch eines meiner bücher ins englische übersetzen lassen und es als ebook über die website vertrieben. kostenlos.

soviel hat sich also gar nicht geändert in den 10 jahren. davon ab empfinde ich diese jahre als ein ziemliches auf und ab. immerhin habe ich so mehr erlebt, als wenn ich ein angestellter geblieben wäre.

Bloggerator: Ich hatte hier gelesen, dass Du auch philosophisch Interessiert bist und Musik machst. Sollte ein Webdesigner “Multibegabung” haben, hilft das?

Sven Lennartz: weiß nicht obs hilft. bloggen und webdesignen sind jedenfalls kreative tätigkeiten. das auch noch “arbeit” dazukommt ist normal. das ist auch beim romanschreiben oder komponieren nicht anders. die besten eigenschaften die man dafür haben kann sind neugier und offenheit für möglichst vieles. davon ab kann man sicherlich auch ohne fantasie und geschmack webseiten gestalten. jedenfalls machen das einige. ^^

Bloggerator: Stefan Evertz fragt:”Vielleicht als (denkbare) Gegenposition zur “Kommerzialisierung”: Warum “verschenkt” ihr eure Bücher als PDF?”

Sven Lennartz: die idee war: mehr aufmerksamkeit erzielen, mehr potenzielle leser anziehen. durch die viel größere menge verkauft man dann trotzdem noch genügend gedruckte exemplare. das ist aber so nicht aufgegangen. downloads gab es etwa 35.000. ich habe dann daraufhin auch die bücher 3 und 4 gratis eingestellt. wenn schon flopp, dann richtig! ;-)

als ergänzung noch. ich würde es nicht wieder machen, das wäre wirtschaftlich nicht schlau. eine denkbare alternative wäre z.b. jeden monat eines von 6 kapiteln freizugeben. das dürfte den kaufanreiz erhöhen. und wer nichts ausgeben will, wartet einfach 6 monate. hätte auch den vorteil, das die sache nicht nur einmal rumgeht, sondern man eben 6mal darauf aufmerksam machen kann.

Bloggerator: Leute kauft die Bücher!.. :-)
Wo liegen eigentlich die Mediadaten (Zugriffe) von Dr.Web, wenn ich das fragen darf..

Sven Lennartz: es gab zeiten da habe ich jeden tag eine logfileanalyse gemacht. aber das finde ich nicht mehr so spannend. zumal es sehr darauf ankommt wie man die zahlen interepretiert, bzw. was man alles reinrechnet. an tagen wie heute sollte es etwa 45k pageviews von inhaltsseiten geben.

Bloggerator: Wow! Schon wieder so eine Vorlage..
Nehmen wir mal an, ich wollte Euren Platz 8 in den Blogcharts erobern, was ich natürlich nie nicht nie niemals nie wollte, welche Tipps kannst Du da geben? Wie können Blogger mehr Aufmerksamkeit bekommen, gibt es da evtl. einen Artikel bei Euch?

Sven Lennartz: naja, das sind auch immer wieder dieselben tipps die rumgehen. um in den blogcharts vorzukommen braucht es verlinkungen. dazu einfach alle halbe jahr einen skandal entfachen oder aufdecken. regelmässig andere blogger beschimpfen. eine sehr lange blogroll, selbst viele verlinkungen machen, listen und how-tos publizieren. zusehen, das man mal was auf englisch macht damit man aus aller welt links kriegt. oder wertvolle ebooks verschenken ^^. damit müsste man es eigentlich hinbekommen. ob das sinnvoll ist, ist eine andere frage.

Bloggerator: Was ist Web 2.0, nur wieder ein Hype oder doch mehr?

Sven Lennartz: den begriff fand ich nie schön. weils eben kein neues web wird. auch kein paradigmenwechsel, wie es mancherorts steht. ich sehe es mehr als bewegung, die das vorhandene hier und da kräftig aufmischt und neue ideen reinbringt. in verschiedenen bereich, auch dem des webdesigns.

riesige mengen an mitmach-social-websites braucht die welt aber auch nicht. irgendwann fängt es an einem auf den geist zu gehen, wenn man überall mitmachen soll. manchmal möchte man sich vieleicht nur mal in ruhe etwas ansehen oder durchlesen, ohne gleich teil des ganzen zu werden. so kommt das alles dann auch an seine grenzen. und dann kommt es neues.

Bloggerator: So wir sind jetzt knapp 2 Stunden dabei, ich Bedanke mich bei Dir und natürlich auch bei den anderen Gästen. Zum Schluss noch eine Frage: Wohin wird sich Dr.Web entwickeln, schon neue Pläne in der Schublade?

Sven Lennartz: besondere pläne gibt es nicht. ich werde einfach weitermachen, nach interessanten dingen fahnden und jeden tag eine kleinigkeit verbessern.

vielen dank für das gespräch (das irgendwie auch anstrengend war, muss jetzt mal frische luft schnappen) und grüße an die leser!

6 Kommentare zu “Blogtalk mit Sven Lennartz (Dr. Web)”

Vielleicht als (denkbare) Gegenposition zur “Kommerzialisierung”: Warum “verschenkt” ihr eure Bücher als PDF?

Grosser Blogtalk mal wieder! Danke!

[...] [ Sven Lennartz im Blogtalk beim Weltherrscher ] [...]

[...] Aus dem BlogTalk des Weltherrschers mit  Dr. Web Sven Lennartz zur Frage nach Web 2.0: Sven Lennartz: weils eben kein neues web wird. auch kein paradigmenwechsel, wie es mancherorts steht. ich sehe es mehr als bewegung, die das vorhandene hier und da kräftig aufmischt und neue ideen reinbringt. [...]

Meine unmaßgebliche Meinung ist(nicht’isst’), dass man daß mit 2ss schreiben sollte.

hauptsache es zischt…:-)

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