re-publica 09 “Shift happens” [Update]

Till, der dauernörgelnde Kommentarparasit hier im Blog, fragte in einem Kommentar (den ich natürlich gelöscht habe, mach ich mittlerweile automatisch, sorry), warum ich nichts zur re:publice’09 schreiben würde?

Was sollte ich dazu schreiben?
Machen im Moment doch all die anderen, die auch nicht da waren, zur genüge.
Ich kann nichts zur “re:publica’09, der Social-Media-Konferenz in Berlin” schreiben, weil ich dort physisch nicht anwesend war. Ich konnte nur ein paar Livestreams sehen, nachdem es endlich ging. Den ersten den ich sehen konnte, war von einem grauenhaft langweiligen Typen von DerWesten.de oder so. Irgendwas mit Video, und wie toll die das da alles so machen würden usw. usf. ..

Ix, ein anderer Blogger, der physisch dort war, schrieb:”… was während der republica durchgehend nervte, war die immer wieder durchscheinende haltung, dass die organisatoren der republica dieses oder jenes nicht richtig gemacht hätten, diese oder jene gruppe benachteiligt hätten, diese oder jenes zu viel oder zu wenig betont hätten. ich hab ja nix gegen kritik, auch gegen kritik unter der gürtellinie, aber dieses diffuse, pauschale rumnörgeln nervt. …” (ich kopier das hier jetzt nur deshalb rein, weil der Beitrag von mir dann länger erscheint, und Zitate irgendwie cool wirken). Ix schreibtete auch noch:”…natürlich hätte man vieles auf der republica besser, anders, eleganter, pointierter, pünktlicher machen können, vor allem aber hätte man selbst etwas machen können. die aufrufe mitzumachen, hallen mir seit monaten in den ohren…” (das ist reinkopiert von mir, weil ich die Aussage nicht genau verstehe, und weil mein Beitrag dann noch länger wirkt).

Fefe, noch ein anderer Blogger, ich glaub der war nicht dort, schrieb:”…Was ich meinte: unsere “Regierung” entfernt im Sauseschritt ein Bürgerrecht nach dem anderen. Das ist nicht nur eine Sache, die wir hilflos oder indifferent aus der Entfernung beobachten können. Das ist eine Sache, an der wir direkt mit schuldig sind…” (das habe ich reinkopiert, weil es eine gute pauschale Aussage ist, die man zu jedem Zweck schreiben kann und weil der Beitrag hier dann noch ein winziges kleines Stückchen relevanter wirkt).

Don, ein Ex-Blogger, jetzt aber FAZ-Pro-Blogger, schrieb:”…” (kein Zitat, obwohl ich es gerne der Länge wegen reinkopiert hätte, der Inhalt ist weniger interessant. Ich weiß auch nicht genau, ob ich hinterher von der FAZ eine Rechnung kriegen würde, für das, was der FAZ-Pro-Blogger in seinem Blog schriebte? Wir denken uns einfach, ist ja nicht so schwer, was Don geschriebteten hatte. Ich linke aber trotzdem auf den Beitrag vom Don, wegen des Trackbackschleimens, oder irgendwie so).

Blah, noch ein ganz anderer Blogger, schrieb:”…Es tut gut, dass andere von diesem Gruselkabinett der Selbstdarstellung namens re:pubblahblah genau so angeödet sind wie ich…” (das ist hier reinkopiert wegen der Länge und aber auch wegen “re:pubblahblah”. re:pubblahblah gefällt mir, ist lustig. Wenn ich mal eine relevante wichtige Konferenz machen würde, würde ich die mindestens re:pubblahblah nennen, wenn nicht sogar re:pubblahblahblahblahblah).

Thomas Knüwer, ein Jour-Blogger, meinte:”…So war es ein ordentlicher erster Tag in Berlin. Die Re-Publica wird erwachsen. Sie tollt nicht mehr verrückt und unbeschwert durch die Gegend, dafür ist sie strukturierter, größer, wichtiger. Traurig nur, dass nicht alle Medien das begreifen…” (das ist wegen der Länge reinkopiert und wegen “wird erwachsen”, wenn ich mal Groß bin, werde ich in jedem zweiten Satz “wird erwachsen” schrieben. Ach so, und auch noch wegen “nicht alle Medien das begreifen”. Ich begreife von je her nicht, wie man fordern kann, was Medien begreifen müssen? Werden Medien nicht auch von Menschen gemacht?).

Lustig ist, jetzt schreib ich noch irgendeinen blablablablablabla-Kram (wegen der Länge), Blogs machen genau das, was auch die Medien machen, die ja nichts begreifen können, nämlich eine Nachschau einer Konferenz die aber total unwichtig war, weil sie, äh, unwichtig war. Ich bin jetzt quasi auch ein Medien-Jour-Blogger, wie Stefan, oder irgendwie so, weil ich eine Meta-Nachschau einer anderen Metaebene anderer Blogger zu einer Konferenz mache. Whnsnn!

Aach so, ich finde die Idee von Johnny eine Bloggerkonferenz zu machen eine coole Sache. Ich finde auch cool, wenn die damit Geld verdienen und nicht alles aus eigener Tasche bezahlen müssen, was glaube ich sinnvoll ist.
Wäre diese “..alte..verfickte…Parallelwelt” (Thomas Knüwer) aka Berlin nicht soweit weg, dann hätte ich mir das gerne angeguckt, gerochen, gehört, gefühlt. Ich denke Deutschland kann gar nicht genug solcher Konferenzen haben, OK eine pro Jahr reicht natürlich, trotzdem:
Selbstbewusstsein, gilt hier für Blogger, wächst ja nicht auf den Bäumen, sondern muss im Kopf “erwachsen” werden. Genau darum geht es, die Inhalte sind gar nicht mal so das wichtige.

Meine Steile These dazu:
Je Selbstbewusster Blogger werden, desto mehr kann man gegen “..unsere “Regierung” entfernt im Sauseschritt ein Bürgerrecht nach dem anderen. Das ist nicht nur eine Sache, die wir hilflos oder indifferent aus der Entfernung beobachten können. Das ist eine Sache, an der wir direkt mit schuldig sind..” machen.
so ist das nun mal..

Aber wie sollte man das Pro-Bloggern erklären, die Geld für ihr gekloppe kriegen?
Wie sollte man den Pro-Bloggern Weitsicht beibringen, obwohl die Dollarzeichen jegliches Tageslicht grün einfärben?
Wie sollte man, jetzt komm ich zum Schluss, das Denken forcieren, obwohls ja vielen nur um Beitragslänge geht?
Genau so ist das.

PS: Bei Twitter hab ich auch was ganz wichtiges dazu geschrieben. Twitter ist eine coole Sau. #Soistdas

[Update]
Der bisher beste Satz bzgl. der re:publica Rükblicke ist von Detlef Borchers (ihn kennt man von Heise.de):”…Charlie Beckett zertrümmert gerne die alten Trutzburgen des klassischen Journalismus, er ist wie ich ein Verfechter des Networked Journalism, in dem Journalisten und Blogger zusammenarbeiten müssen um eine neue Form der Öffentlichkeit zu entwickeln…” (via)

Genau das wird so oder so die Zukunft werden. Auch wenn so Blätter wie Spiegel Online, FAZ und all die anderen das im Moment noch anders sehen!

9 comments

  1. Hallo Weltherrscher,

    ich finde diesen Blogbeitrag gut und blablabla.

    Dies schreibe ich aber auch nur wegen des Trackbackschleimens, oder irgendwie so ;-)

    Ne im Ernst, sind gute Links dabei. Jetzt echt :-)

    Ciao,
    Sikk

  2. Wir haben als nicht re:publicaner nicht nur die Geburtsstunde der Demokratie2.0. verpasst sondern auch die Gelegenheit, wild mit völlig Fremden rumzupoken. Aber nun denn. Holen wir uns wenigstens kein Mumps.

  3. Dabei habe ich mich beim Blahen über die re:pubblahblah sogar verschrieben, es war der falsche Konsonant. Angesichts der markant duftenden Hirnfürze, die dort in eine Welt mit teilweise empfindlicher Nase entlassen wurden, wäre re:pup-blahblah eine noch bessere Schreibweise gewesen… ;-)

  4. Nur eine Verstständnisfrage: Du löscht jetzt *alles* von mir? Ich frage deshalb, weil ich zur Abwechslung mal on-topic Stellung beziehen wollte zu deiner steilen These
    > Je Selbstbewusster Blogger werden, desto mehr kann man
    > gegen “..unsere “Regierung” entfernt im Sauseschritt ein
    > Bürgerrecht nach dem anderen.
    Wie wärs mit ner Bürgerpflicht, den richtigen Satzbau betreffend?
    Komm, das war lustig und nicht bös gemeint. Typos passieren mir auch, also sei nicht sauer.

  5. @nachtwächter
    re:pup-blahblah dachte ich mir schon.

  6. Fand ich jetzt grad echt eine lustigen Beitrag und blablablah und vieleicht schleim ich jetzt sogar und nehm dich in den RSS Reader oder pack auch noch so einen Trackblablaback zu deinem Post auf mein Blogdingsundso.

    Irgendwas wird mir schon einfallen.

  7. [...] UPDATE: Weitere Stimmen: Johnny Häußler hat sich meine Kritik gleich zu Herzen genommen. Hier geht es vorallem inhaltlich nochmal um die Journalisten/Blogger Problematik, wichtige Kritik kam aber auch noch von ganz anderer Seite. Alles nochmal zusammengefasst gibt’s hier. [...]

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