Die Kirche der Zukunft

Oh, schon wieder etwas zur Kirche?
Ja, genau.
Vor längerer Zeit hatte ich eine winzige kleine “Anklage” an die Kirche gerichtet. Dort stellte ich die Fragen/Thesen, ob die Kirche sich eigentlicht über das Potential des Internets bewusst ist, hat sich die Kirche schon überlegt, dass gerade das Internet eigentlich auch das lang angestrebte Ideal der Bibel ist?

Es entwickelte sich eine kleine spannende Diskussion mit einem Pfarrer (und hier und hier).

Vor kurzer Zeit führte ich den damaligen Gedanken noch ein Stückchen weiter und stellte die Frage, ob und wo ein Messias (der ja evtl. mal kommen soll) eigentlich seine alten/neuen Botschaften verkünden würde? Würde er nach Rom reisen und in den prunkvollen Kirchen-Palästen, vor wenigen Zuhörern, predigen oder würde er versuchen, dort zu posten, wo viele, vielleicht sogar alle, es lesen und hören könnten?

Vielleicht sind ja unsere Stimmen als Ganzes die Botschaft? Vielleicht weiß ja nur jeder “Etwas”, während wir als Kollektiv irgendwie “Alles” wissen? Vielleicht ist das Internet also nicht nur der elitäre Quatsch, sondern ganz gezielt der zu gehende Weg? Vielleicht formte ja DAS Ideal das Medium? Auch wenn wir es evtl. jetzt nicht wissen, könnte etwas unheimlich Wichtiges in dem Internet stecken? Vielleicht nicht auf religiöser Ebene, aber vielleicht auf einer wesentlich höheren?

Hat der Buchdruck irgendetwas verändert?
Für manche die es negativ betrachten: Ja, es hat “leider” eine Menge an Herrscherftsmacht, durch die Aufklärung, gekostet. Aber der Buchdruck hat dennoch gewaltig verändert.
Für viele des es eher objektiv und positiv betrachten: Ja, der Buchdruck hat uns Menschen, durch die damit verbundene allgemeine Lehre, aus dem Loch des unwissenden Mittelalters geholt und uns eine Sicht des Ideals nicht nur als Traum ermöglicht, sondern auch zur Umsetzung der Träume geführt. Wir leben heute in den Träumen, die vergangene Generationen führten. Vermittelt durch den Buchdruck.

Was kann und wird das Internet, quasi der Buchdruck 2.0, verändern?

Genau darauf hat heute noch keiner wirkliche Antworten, weil wir gerade mitten im Anfang stecken. Wenn man die Auswirkungen des unheimlich langsamen Buchdrucks betrachtet, dann können wir aber durchaus erahnen, was der whnsnng schnelle Buchdruck 2.0 aka das Internet, noch bewirken wird. Dafür muss man natürlich annehmen, dass wir jetzt eben noch nicht alles Wissen kennen. Glaubt man, wie es viele machen (Wissenschaft, Kirche usw.), man würde jetzt schon alles wissen, dann wird man die Entwicklung des Internets nicht soooo spannend finden, denn wenn man ja jetzt schon alles weiß, dann kann da ja nicht mehr soooo viel kommen.

Ich werde ein paar Thesen, auch “ungeheuerliche”, aufstellen und dann mal sehen, ob man immer noch behaupten kann, man würde alles wissen.

These 1:
Dies ist auch die wichtigste These von allen. Wenn es ein Ideal, also eine göttliche Schöpfung, gibt und diese durch die heilige Schrift verkündet wurde/wird, dann kann es genau nur ein einziges absolut wichtiges Ziel dieses Ideals geben: Leben erschaffen und dieses Leben überall verbreiten!

Das die Kirche dieses Ideal kennt und danach handelte, zeigt die Vergangenheit überdeutlich. Jegliche Expansion des Glaubens in der Vergangenheit war sicherlich, aus Sicht des Glaubens, eben auch das verbreiten des Lebens. Der Glaube, also das Ideal dahinter, führte das Leben in die entlegensten Gegenden der Welt. Alles wurde “erobert”. Und ja, das können wir heute kritisch betrachten, denn es wurde während der Expansion gemeuchelt, gemordet, geraubt und ausgerottet. Diese Schuld trägt allerdings die Kirche nicht allein! Ich sage das als bekennender Nichtchrist! Die Schuld der Vergangenheit ist nicht nur die Schuld der Kirche, sondern wie immer, auch und gerade die Schuld des Menschen. Nicht das Ideal, also die reine Lehre der Kirche, sagte:”Gehet hin und mordet blindwütig alles, was euch vor die Flinte / vor das Schwert rennt!”, sondern das waren die Menschen, die auszogen, weil sie Reichtümer begierig raffen wollten.

Wir Menschen machen heute nichts anderes, wir reisen umher und raffen zusammen, was wir nur finden können. Wir zerstören die Umwelt, wir lassen es zu, dass die dritte Welt ausgebeutet wird und verhungert, wir führen die Kriege, obwohl wir doch die Träume der Aufklärung tatsächlich erleben. Wir tragen heute also genau so eine Schuld, wie wir der Kirche von damals anlasten wollen. Die Vermischung aus Menschsein und doch einem Ideal folgen, also der reinen religiösen Lehre, sollte uns bewusst machen, dass es eben nicht “nur” die Lehre ist, die Schuld trägt!

Fazit: Geht es nach der reinen Lehre, dann leben wir, weil wir das Leben als solches überall hinbringen sollen. Leben ist, aus der Sicht des Ideals gesprochen, auch die Verpflichtung, nicht nur so dazusitzen, sondern sich auszubreiten. Wir haben das auf unserem Planeten, auch mit allen negativen Folgen, durchaus gemacht und auch schon ein bisschen im sehr sehr nahen All.

Eine, meine, Definition für Leben ist also:
Leben besitzt das Potential sich auszubreiten. Leben muss expandieren. Leben darf nicht stillstehen. Leben schafft aus unbelebter Materie eine organisierte Gesamtstruktur, die sich, zwangsläufig, ausbreiten muss oder sie geht unter. Leben kämpft immer gegen das absolute Nichts. Nichts ist vielleicht ein oder der Ursprung von allen Dingen, aber erst das Leben verdeutlicht diese Anwesenheit des absoluten Nichts. Die einen nennen das absolute Nichts den göttlichen Funken, die anderen reine Naturgesetze. Leben ist aber, als Schlussfolgerung daraus, mehr Inhalt und Wollen, als das absolute Nichts vorgab. Der Urknall, entstanden aus dem Nichts, kann durchaus das eine oder andere sein. Was wir aber wissen, wenn die Lehre also das Ideal der Religion stimmt, dass wir eben dann auch verpflichtet sind, das nicht Nichtssein überall hin zu bringen.

These 2:
Wenn die These 1, also das Ideal ist die Ausbreitung des Lebens, stimmt, dann hat die Kirche, als Hüter des Ideals, ein massives Problem. Die angestrebte Ausbreitung des Ideals kann von uns lebenden Menschen nur dann erfüllt werden, wenn wir unsere körperlichen Einschränkungen, kraft unseres Verstandes, überwinden können. Überwinden können wir unsere “Sache” nur dann, wenn wir mehr wissen, wenn wir mehr forschen und wenn wir in Freiheit leben können und eben nicht ständig ans überleben denken müssen, sondern auch der Muse, also der Zeit der Erkenntnis, nachgehen.

Wenn die Kirche, wie sie das in der Vergangenheit ständig machte, diese Entwicklung, also mehr Erkentnisse sammeln, um den Ziel näher zu kommen, behindert bzw. schlicht nicht sieht, dann widerspricht sie ihrer eigenen Lehre und lehnt das gesagte Ideal im Grunde ab. Diese Kirche wird dann in naher Zukunft ein unfssbr großes Problem entwickeln, denn sie wird von denen, die das Ideal suchen (also den Lernenden, quasi alle Menschen die Bildung durchlaufen), schlicht nicht mehr wahrgenommen werden. Die Kirche wird am Ende dieser Aufklärungsentwicklung nicht mit lauten Trompeten und einer gewalltigen Revolution hinweggefegt werden, sondern sie wird einfach in Vergessenheit geraten, weil sie so offen und nachvollziehbar ihre eigene Lehre nicht verstanden hat! Dieses Problem der Kirche zeigt sich in den Anfängen gerade auch in der heutigen Zeit. Kirche heute bedeutet für einen großteil der Menschen “nur” noch ein Etwas unter sehr vielen anderen Etwassen.

Man geht heute Sonntags in die Kirche, wenn man das überhaupt noch macht, und weiß, dass das was der Pfarrer da oben sagt, nur ein winziger Teil einer viel größeren Wahrheit ist, nämlich der Wahrheit des eigenen Lebens. Wir leben nicht nur so vor uns her, wir leben unsere eigene Welt so, wie wir es für richtig halten und eben nicht, wie ein Pfarrer oder eine Kirche. Dieses Bewusstsein des eigenen Lebens ist ein zentraler Anker im Leben geworden. Früher richteten sich die Menschen noch nach der religiösen Lehre aus, heute richtet man sich nach den gesellschaftlich anerkannten Normen und darüber hinaus. Die durchaus durchsetzt sind von religiösen Vorgaben und Idealen, wir leben aber freier damit. Es gibt keine “natürlichen” Gründe, warum gleichgeschlechtliche Paare nicht miteinander leben dürften. Die Kirche behauptet das auch heute noch immer, obwohl sie es doch besser wissen sollte. Vermutlich ist das der traditionelle alte Weg, den die Kirchen heute noch gehen. Die Menschheit ist aber längst weitergegangen.

Fazit: Das Ideal besagt im Grunde, wenn man die Ausbreitung von Leben als Ziel des Ideals betrachtet, dass man sich zu jeder Zeit mit Freiheit umgeben sollte, um so mehr Erkenntnisse erlangen zu können, die dann der Menschheit als Ganzes dienen werden. Wissen in allen Bereichen ist also nichts ketzerisches, sondern ein Ziel des Ideals. Wer gegen Wissen und Erkenntnisse ist, ist gegen das Ideal.

These 3:
Die Menschheit muss ins All! Unser Planet ist nicht nur zu klein für uns alle, sondern er ist nur der Anfang des Ideals. Die Menschheit wird nur dann den Weg nach “draussen” finden, wenn wir endlich mehr Freiheit erlangen, also jeder denken und sagen kann, was er will, ob es richtig oder falsch ist. Es darf keine “Denkverbote” geben, begründet mit irgendeiner Moral und/oder vermeintlichem “Wissen”. Wir wissen doch, das es immer die Spinner ihrer Epochen waren, die Träume träumten, die wir heute leben! Wir sollten uns klar machen, dass die “Spinner” vermutlich das wichtigste sind, was die Menschheit besitzt! Denn Träume müssen zuerst erdacht werden, um sie dann später auf ihre Tauglichkeit überprüfen zu können. Gibt es das Spinnen nicht mehr, weil die Moral ihre Keulen schwingt, dann gibt es auch die folgende Umsetzung nicht oder aber erst sehr sehr viel später. Immer wenn ein Spinner in seiner Freiheit eingeschränkt wird, führt dies zu zeitlichen Verzögerungen. Wir könnten heute deutlich weiter sein!

Fazit: Wir folgen dem Ideal der kirchlichen Lehre, wenn wir diese Lehre ablehnen und weit darüber hinaus denken. Die Aufklärung war nie gegen das Ideal gerichtet, sondern der zwingende Beweis eben dieses Ideals. Lerne und entwickel dich weiter, dann wirst du Erkenntnisse erlangen und vielleicht mit etwas Glück dem Ideal den nächsten evolutionären Schritt ermöglichen. Sich ausbreitendes Leben erfüllt immer ein wichtiges Ziel!

Und genau das wird die Kirche über kurz oder lang zum Fall bringen, nämlich die Ansicht, es würde einfach immer alles so weiter gehen, wie bisher. Genau das wird es eben nicht. Eine Kirche die sich heute nicht mit ihrer vollen Wucht auf das Internet einlässt und es stützt und vorantreibt, wo sie nur kann, wird keine wirklich Zukunft haben. Eine Kirche die ihre eigene Lehre nicht lebt, also das absolute Streben nach Wissen, um expandieren zu können, wird schlicht aus der Erinnerung geraten. Eine Kirche die nicht dafür sorgt, dass gerade die Spinner der jeweiligen Epoche, unterstützt und gefördert werden müssen, verschliesst sich der Expansion des Lebens und sagt im Grunde, dass sie daran kein Interesse hat. Begründet durch oft fadenscheinig moralische Argumente, die doch längst überholt sind. Ein Wissenschaftler kann heute behaupten und belegen, dass unser Universum keinerlei Gott für die Erschaffung benötigt (Stephen Hawking). Es wäre aber besser, wenn die Kirche genau diese “Spinner” stützt, anstatt ihre Aussagen zu verteufeln, denn das in Frage stellen ist der erste und wichtigste Schritt für weitere Erkenntnisse.

Es kann durchaus am Ende aller Erkenntnisse eine Wahrheit lauern, die heute noch nicht mal geträumt wurde. Der Weg dahin sollte gerade von der Kirche mit allen Mitteln bereitet und eben nicht verhindert werden. Verhindern bedeutet schlicht nur verzögern. Wenn das Ideal so viel Kraft hat, wie die kirchliche Lehre behauptet, dann wird das Ideal am Ende immer einen Weg finden. Die Kirche hat doch in der Vergangenheit gezeigt, dass sie fähig ist, zu lernen. Die “Schuld” der Vergangenheit sollte heute eine Kraft der Zukunft werden und eben nicht ein Hindernis. Lernen und Wissen, wenn wir ein Abbild sind, ist immer ein Teil des Ideals.

Genau aus diesen Gründen hat die Kirche vor allem dann eine Zukunft, wenn sie jetzt als “leuchtendes” Beispiel die Kraft und das Potential des Internets endlich auf ihre Tagesordnung setzt, denn es gibt niergens so viele potentielle “Spinner”, wie im Internet. Die Kirche sollte sich vom Internet nicht nur “mitreißen” lassen, mit allen negativen Folgen, sondern sollte das Potential des Internets noch weiter ausbauen, z.B. der ZWUKS-Plan. Ja, das ist pure Spinnerei von mir, und ich bin froh darüber, dass ich ein Spinner sein kann und darf!

Die Kirche interpretiert sich heute in etwa so:
Sie hat eine umfassende “vollkommene” Lehre, die Bibel, die heilige Schrift. Sie macht das alles deshalb, weil sie immer an das gute im Menschen glaubt, da wir ein Abbild des Ideals sind. Sie will, dass jeder Mensch das Ideal nicht nur spüren, sondern auch leben kann. Sie will, dass die Menschheit sich bewusst wird, dass es ein Ideal gibt / geben kann.

Genau jetzt sollte sich die Kirche auf den Weg machen, diese Ziele auch erreichen zu wollen. Das Internet ist vom Potential her vermutlich am dichtestens am Ideal dran, wie niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Natürlich weiß man nicht, wo ein Messias seine Worte verkünden würde, aber das Internet scheint dafür unfssbr gebrauchsfertig zu sein. Und es kann durchaus sein, dass dieser Messias niemals in körperlicher Form in Erscheinung treten wird, sondern vielleicht “nur” durch seine Worte. Wenn wir aber Worte nicht lesen oder hören können, weil die Freiheitsgrade, die diese Worte benötigen, durch Untätigkeit eingesschränkt wurden, dann verzögern wir wieder nur. Mehr nicht!

Die Kirche von Morgen, sollte im Heute entsprechende Zeichen setzen und den erkenntnisreichen Fortschritt mit allen Mitteln unterstützen und sich daran erfreuen. Die Kirche von Morgen ist ein wohlwollender weiser Hort aus Erkenntnissen und Wissen und dieses immer unterstützend und wegweisend. Natürlich wird es ein schwerer Weg werden, aber am Ende kann es Alles geben und eben nicht nur das Nichts. Wenn wir aus dem Nichts gekommen sind, uns entwickelt haben, dann sollte das Alles ein Ziel werden. Nichts hatten wir schon!

Das Internet hat diesen Weg ermöglicht und wird ihn noch weiter erschliessen. Aus heutiger Sicht könnte man natürlich annehmen, dass das Internet nur eine elitäre Sache wäre, aber es wird, in sehr naher Zukunft, DAS absolute Mittel für jeden werden. Diese Zeichen kann man heute irgendwie noch “bestreiten”, aber sie sind schlicht zu überdeutlich vorhanden. Eine Gegenwart funktioniert ja schon nicht mehr ohne das Internet. Und die Zukunft, die das Internet noch längst nicht gegangen ist, wir sind ja gerade mal am Anfang des Internet-Urknalls, also praktisch mitten in der Planck-Zeit, wird auf diejenigen keine Rücksicht mehr nehmen, die nicht mitgehen wollen. Eine Zukunft ohne Internet wird es nicht geben. Die Frage heute sollte aber vor allem sein, wie diese Zukunft gestaltet werden soll! Und genau dieser Herausforderung muss sich die Kirche in sehr naher Zeit stellen. Will sie nur irgendwie “mitmachen” an der größten Revolution aka Evolution der Menschheit oder will sie “mitgestalten”?

Die Kirche der Zukunft ist also was genau?

5 comments

  1. Schöner Beitrag. Wobei, …ein Messias das Internet nicht wirklich braucht. Wir brauchen das Internet. Falls ein Messias kommen sollte, wird dieser doch mit Sicherheit viele, wenn nicht alle Menschen ansprechen und das wird – wie alles andere; über das Internet verbreitet. Egal von wem.
    Zur Kirche: Ich bin gespannt, ob es diese “Kirche von morgen” wirklich geben wird, oder ob alles so bleibt wie es ist. Ach nein, nichts bleibt wie es ist. Aus der Flusslehre von Heraklit: Alles fließt und nichts bleibt; es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln. Und diese Erkenntnis hatte jemand bereits vor über 2400 Jahren.

  2. ich hoffe für die kirche, dass sie ein morgen haben wird.
    es wäre schlecht für die menschen, wenn die guten inhalte der lehre verloren gehen würden..

  3. Lieber Weltherrscher,

    mal wieder bin ich berührt von deinem Engagement für das Leben, die Welt, die Entwicklung der Menschheit. Wir haben da auch viele Gemeinsamkeiten in unseren Ansichten. Und was die von dir beschriebenen Möglichkeiten des Internets angeht – schau mal, was ich unter http://www.e-social-media.de geschrieben habe. Ja, das Internet schenkt uns neue Möglichkeiten, die wir nutzen können und auch müssen.

    These 1:

    Liebe, nicht Leben verbreiten! Leben kann auch „böse“ sein, eigensüchtig und herrisch. Aber ich glaube, ich meine mit Liebe das, was du mit Leben meinst. Ansonsten: Mal wieder danke, dass du wegen der Fehler in der Vergangenheit nicht gleich die heutigen Kirchen verdammst, sondern das differenzierter siehst. Es tut gut, so was von einem „bekennenden Atheisten“ zu lesen. Wirklich.

    Ich würde eben nur sagen: Ausbreitung der Liebe. Und die Liebe kämpft sowohl gegen das Nichts, als auch gegen das Böse. Ich sag das jetzt mal hier so platt und hoffe, du weißt, wie ich es meine.

    These 2:

    Ich sehe kein so riesig großes Problem der Kirche. Kirche ist für mich nicht ein Ort, an dem irgendwelche Lehren gehütet werden und verkündet werden. Kirche, das ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, weil sie gemeinsam auf der Suche sind nach Antworten. Weil sie genau das wissen: Nicht nur, was „der Pfarrer da oben sagt“, sondern überhaupt alles, was wir wissen und erkennen können, ist „nur ein winziger Teil einer viel größeren Wahrheit“. Dazu muss ich doch jetzt tatsächlich mal Paulus zitieren, der das schon so sah: Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. (1. Korintherbrief 13, Vers 12 – im ganzen restlichen Kapitel geht es übrigens um die Liebe und direkt danach folgt der berühmte Satz „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen“)

    Manchmal allerdings haben wir auch einfach Probleme mit der öffentlichen Wahrnehmung, die oft stark von der Position unserer katholischen Schwesterkirche geprägt ist. In der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern jedenfalls kann auch der eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner eines Pfarrers/einer Pfarrerin ins Pfarrhaus einziehen. Es gibt zwar ein paar Einschränkungen, die allerdings eher damit zu tun haben, dass es gerade auf dem Dorf vielen Leuten heute noch schwerfällt, so etwas zu akzeptieren – und zum christlichen Leben gehört auch die Rücksicht auf die „Schwachen“, die einfach noch nicht so weit sind. Von Seiten der Kirchenleitung ist die Akzeptanz jedenfalls eindeutig da.

    Auch Wissenschaft und Glaube ist für mich kein Widerspruch, ganz im Gegenteil. Ich finde, sie ergänzen sich sehr gut. Dazu habe ich schon sehr oft gebloggt. Zum Beispiel hier http://www.citykirche-schweinfurt.de/inhalt/darwin-bl%C3%B6de-kuh-sch%C3%B6pfung oder – mit vielen lesenwerten Kommentaren – hier http://weblogs.evangelisch.de/weblogs/stilvoll-glauben/2010/09/03/r%C3%BCckzugschristen

    Wer gegen Wissen und Erkenntnisse ist, ist gegen das Ideal: Volle Zustimmung.

    These 3:

    Ja, die Menschheit muss ins All! Ich liebe Science Fiction und bin begeisterter Leser von Perry Rhodan. Da gibt es übrigens den Begriff „das Leben an sich“ (das sich für die Kosmokraten zu unkontrolliert ausbreitet, aber das führt jetzt hier echt zu weit)

    Ja, die Spinner und Träumer sind wichtig. Ich bin auch sehr gerne einer. Das ist der Grund, warum ich mich auf diese komische, völlig unklare, neue Stelle „Citykirche Schweinfurt“ beworben habe und warum sie mir immer noch so viel Spaß macht. Und: Nicht nur Spinner, sondern alle Menschen brauchen Freiheit.

    Ja: Es wird nicht alles einfach „immer so weiter gehen“. In der neuen Entwicklung ist das Internet sicher ein wichtiges Element. Und moralisch verteufelt wird heute wirklich niemand mehr, jedenfalls nicht von uns Evangelischen. Ich spinne gerne mit an einer neuen Welt. Als ein Teil „meiner“ Kirche, die natürlich auch noch anderes ist als „nur“ Internet. Das habe ich damals schon gesagt, in unserer letzten Diskussion: Die Kirche kümmert sich gerade auch um die, die an so was wie einen Internetzugang gar nicht zu denken wagen. Die froh sind, wenn sie den nächsten Tag überleben. Solange noch ein Mensch auf der Welt verhungert, ist mir dieses Engagement wichtiger als das im Internet. Trotzdem: Wir gehen mit. Definitiv. Hier gibt’s Social-Media-Schulungen für Religionslehrkräfte. Ein funktionierendes Intranet. Das Ziel, bis 2014 (?) definitiv jede Kirchengemeinde mit einem Internetauftritt auszustatten. Und und und. Gerade unsere Abteilung http://www.vernetzte-kirche.de ist da echt vorne mit dabei. Und natürlich das jährliche Barcamp Kirche 2.0 (oder Relicamp hieß es dieses Jahr)

    Die Kirche der Zukunft ist viel stärker vernetzt. Näher an den Menschen. Auf der Seite der Schwachen. Und das sowohl on- als auch offline.

  4. gutes statement..:)
    vermutlich meine ich eher die “kirche” als abstrakten begriff, also das was man dahinter bzw. drunter vermutet.
    also die strategische ausrichtung, die es ja sicherlich auch innerhalb der kirche gibt.

    die fragen werden kommen, die ich oben skizzierte.
    das die evangelen wieder vorne mit dabei sind, kennt man ja..:)
    die aufklärung war ja überall.
    zum glück.

    vermutlich müssen dieses mal wieder die evangelikalen der k-kirche zeigen, welche wege die vernünftigen sein müssen.

  5. Es stimmt alles ein bisschen was du da schreibst… aber die menschheit ist so blind von ihrere selbstherlichkeit das sie sich vernichten wird bevor sie den schritt in eine zukunft machen kann in der es erträgliches leid gibt… schau dir an was wir aus der welt gemacht haben sie läuft über vor armut, elent und ungerechtigkeit… und das alles nur weil sich ein paar wenige durch das leiden andere bereichern… ich bin mit sicherheit ein spinner… aber wer weiss schon wie weit wir technologisch wirklich sind? wissen wir ob uns technologie nicht einfach vorenthaltend wird? (es gibt x beispiele für entwicklungen die in den letzten jahren gemacht wurden und man plötzlich nichts mehr von lesen/ erfahren tut)… ich komme aus dem technischen betreich und kann nur sagen: es ist viel mehr möglich wenn man es nur wollte … aber nein es gibt menschen deren gier nacht macht und geld so enorm ist, das dafür millarden von menschen ausbremsen und für dumm verkaufen… sicherlich hat das leben seinen weg im all schon längst gefunden… sicherlich auch auf einer ebene an inteligenz die wir nicht mal im traum erahnen können… doch wird sie wenn es in ihrer macht steht alles dagegen unternehmen das die spezies mensch in ihrer jetzigen form nicht schaft das all zu erobern… solange wir menschen nicht kappieren das besitz und macht nichts bedeutet wird es kein happy-end für uns, die menschheit geben… der weg den wir gehen ist eine sackgasse und wird mit dem untergang unserer spezies seinen höhepunkt finden.
    eine lösung? ich wäre froh eine lösung für all die probleme zu haben… ich bin nicht dumm…aber so viel ich auch darüber nachdenke… es fällt mir keine lösung ein… klügere köpfe wie ich haben schon lösungen erläutert und gepredigt (zb. albert schweizer mit dem humanismus und den respekt vor jeder art von leben) aber nur ganz wenige haben zugehört… ich bin der meinung niemand wird böse gebohren (fals es etwas wie gut und böse überhaupt gibt, denn das eine kann ohne das andere nicht exestieren) aber unsere gesellschaft ist so krank dass sich die meisten zu bösen menschen entwickeln… das schlimmste aber sind die menschen die nichts gegen das elend auf unserer welt unternehmen, es aber dennoch erkennen (dazu zähle ich mich selbst)… und wenn man genau drüber nachdenkt sind wir/ich auch direkt durch unserer verhalten am elend der gesellschaft beteiligt… ich bin kein grüner oder sowas ich mache mir nur sorgen wo das alles hinführen soll… den die frage nach dem warum stellt sich kaum noch einer in der heutigen gesellschaft oder eher gesagt was passiert wenn? (hier als beispiel: die “saubere” energie: erdwärme…hat sich schon jemand gedanken gemacht was passiert wenn man dem erdinneren enorme mangen an energie entzieht? nein niemand! wir nehmen ja nur ein kleines bisschen weg… das soll das problem anderer genarationen sein… dabei wissen wir die antwort durch heutigen wissen bereits: das innere erstarrt, der erdkern rotiert nicht mehr, das magnetfeld der erde bricht zusammen und schwupps haben wir einen zweiten mars)… wie oben geschrieben ich bin halt nur ein spinner und vermutlich verrückt … gerne würde ich deinem optimismus zur kirche (bin übrigens auch nichtchrist wäre aber nicht überrascht wenn es etwas “höheres” gibt) und menschheit teilen und wünschte mir das du recht behälst, aber soweit wird es vermutlich nicht kommen.
    …sorry für die schreibweise und die rechtschreibfehler (bin legastehniker)

    mit frendlichen grüßen
    neo

    Edit vom Seitenbetreiber:
    Hallo _Neo, ich habe deinen Kommentar hier erneut hinkopiert, weil er vermutlich zu diesem Beitrag gehört. Du hattest ihn zu dem Beitrag “Sample” geschrieben, aber immer wieder Bezug auf diesen Beitrag hier genommen. Thx..Weltherrscher

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